Liebe Website-User,
liebe Journalist*innen,
liebe MZF-Teilnehmenden,
liebe Interessiertinnen und Interessierte (dazu etwas hier),
wie hätten wir’s denn gern, mit der Anrede, zum Tag der deutschen Sprache am 14. September – und auch insgesamt?

Sprache hat Macht, heißt es immer wieder. Und: Sprache wirkt. Gerade Sprache im Journalismus sollte deshalb auf das wünschenswerte Ziel der Gleichberechtigung vor allem von Mann und Frau hinwirken – sagen diejenigen, die sich fürs Gendern einsetzen.
Doch halt – was ist mit dem Lesefluss und der Verständlichkeit? Leidet das nicht unter den Sternchen, Binnen-I oder Partizipien? Und die Printjournalistinnen und Printjournalisten unter dem Mehrbedarf beim Platz? Die Zuhörer*innen, wenn die Radioleute anstelle des Sternchens eine Pause einlegen?

Ja, sagt etwa die Medienjournalistin Senta Krasser, eine der Referentinnen, die beim #MZF19 auf dem Podium zum Thema Gendern sitzt – und für die der Realitätscheck, ob geschlechtergerechte Sprache tatsächlich zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern führt, noch aussteht. Als Beispiel dafür zieht sie den angelsächsischen Sprachraum heran. Auch Ilka Bühner sieht im Gendern mehr Wunsch als Wirkung. Gleichberechtigung werde gerne mit großen Gesten gefüllt, „die jedoch meist nur so wertvoll sind wie ein Furz, da sie zwar Lärm machen und für mediale Aufmerksamkeit sorgen, in der Realität aber oft nur heiße stinkende Luft hinterlassen“.
Für Johannah Ilgner hingegen, Inhaberin einer Kommunikationsagentur, ist Gendern „Ausdruck einer fairen Gesellschaft“. Wenn man wirklich Gleichberechtigung wolle, müsse das in allen Bereichen umgesetzt werden, eben auch in der Sprache. Ähnlich sieht das auch die taz, die als eine der wenigen Tageszeitungen schon seit Längerem gendert – wohingegen Maximilian Nowroth vom Handelsblatt (ja, trotz der bei der Vorstellung unserer Veranstaltung erwähnten gegenderten Form ist auch er auf dem Podium) lieber männliche und weibliche Formen abwechselnd benutzt.
Und Ihr? Wie seht ihr das? Gendern ja oder nein?

Kommt zum #MZF19 und diskutiert mit! Zum Programm geht’s hier: https://medien-zukunft-festival.de/programm/