Podium

Ilka Bühner

Contra
On the Web

Ilka Bühner studierte Geisteswissenschaften in Köln und arbeitet als Technische Redakteurin ebenfalls in Köln. Sie schreibt journalistische Texte, die auf ihrem Blog dieschindluderin.de und in den Online Magazinen „Novo-Argumente für den Fortschritt" und „Cuncti" veröffentlicht werden. Für die „Lyrik in Köln" schreibt sie in unregelmäßigen Abständen Gedichte. Fiktive Kurzgeschichten und lyrische Texte kann man auf ihrer Seite liluparadis.de finden.

Ihr Standpunkt ist: „Gleichberechtigung - ein Wort mit guten Absichten, das in der heutigen Zeit gerne mit großen Gesten gefüllt wird. Großen Gesten, die jedoch meist nur so wertvoll sind wie ein Furz, da sie zwar Lärm machen und für mediale Aufmerksamkeit sorgen, in der Realität aber oft nur heiße stinkende Luft hinterlassen. Medienwirksamkeit zu erreichen ist wichtiger geworden, als wirklich etwas gegen sexuelle Diskriminierung zu tun. So soll ein Satzzeichen, das Gendersternchen, die Gleichbehandlung von Transgendern besiegeln. Dabei räumt man ihnen dadurch erst recht eine Sonderstellung ein, die sie im Alltag weit entfernt von einer wirklichen Gleichberechtigung. 
Ich bin dafür, den heutigen Feminismus und damit die moderne Gleichberechtigung zu revisionieren! Feminismus 2.0. Es sollte nicht darum gehen, Geschlechter in eine Opferrolle zu pressen und ihnen dadurch vermeintlich bevorteilende Privilegien einzuräumen, sondern es sollte darum gehen, dass jeder, wirklich jeder sein Leben gestalten kann, wie er möchte, ohne dafür in seiner Freiheit eingeschränkt zu werden."

Maximilian Nowroth

Alternatives Gendern

Foto: Frank Beer

Maximilian Nowroth

Maximilian Nowroth ist seit März 2017 Redaktionsleiter von Orange, dem jungen Portal des Handelsblatts. Seine Mission: junge Menschen für Wirtschaft begeistern – und sie dabei unterstützen, bessere Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen. Bevor Max zum Journalismus kam, hat er eine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistik gemacht. Danach zog es ihn an die Uni Mannheim, um im Bachelor „Kultur und Wirtschaft“ zu studieren und danach im Master BWL. Seine Auslandssemester brachten ihn nach Prag und Sankt Petersburg. Während des Studiums war Max Stipendiat der Journalistischen Nachwuchsförderung (JONA). Zum Berufseinstieg in den Journalismus hat er ein Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten gemacht und währenddessen als Auslandskorrespondent für das Handelsblatt in Moskau gearbeitet. Bevor er zu Orange kam, war er Redakteur bei der WirtschaftsWoche und Referent der damaligen Chefredakteurin Miriam Meckel.

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Senta Krasser

Contra

Foto: Enric Mammen

Hannah Lühmann

CONTRA

Foto: Carolin Weinkopf

Senta Krasser

Senta Krasser arbeitet als Medienjournalistin von Bergisch Gladbach aus. Sie ist Redaktionsmitglied von medium magazin für Journalisten und BJVreport (Magazin des Bayerischen Journalisten-Verbands) sowie freie Autorin für die Stuttgarter Zeitung u.a. Sie rezensiert Fernsehsendungen in der Medienkorrespondenz und unterstützt seit 2006 die Jurys für den Grimme-Preis.

Senta macht mit: „Weil ich mich darauf freue, auf dem Podium zu gendergerechter Sprache meinen Standpunkt zu verteidigen.“

Ihr Standpunkt ist: „Abgesehen davon, dass Asterisk und Co. im Lesebild rumpeln: Der Realitätscheck steht noch aus, dass „gendergerechte“ Sprache tatsächlich zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern führt. Oder glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass mehr Frauen auf dem Rollfeld Koffer wuchten, nur weil sie „Flughafenarbeiter*innen“ lesen? Und geht es in der anglo-amerikanischen Welt weniger gerecht zu, weil man dort nur „the airport worker“ oder „the reader“ kennt? Das generische Maskulinum im Deutschen bedeutet: für alle. Wer sich da nicht mehr „mit gemeint“ fühlt, hat für mich einen nicht nachvollziehbaren Leidensdruck."

Johannah Illgner

Johannah ist 1986 in Stuttgart geboren und zum Studium nach Heidelberg gekommen. Die Politikwissenschaftlerin ist Inhaberin von Plan W, der Agentur für strategische Kommunikation, und bietet dort diversitybewusste und gendersensible Kommunikationsberatung für Akteur*inenn aus Wirtschaft, Parteien, Verwaltungen, Verbänden und NGOs an.

Die Agentur hat sich den Themen Diversity, Empowerment von Frauen und weibliche Netzwerke verschrieben – arbeitet aber auch an „Queerschnittsthemen wie New Work und Digitalisierung. 

Ihr Standpunkt ist: „Geschlechtergerechte Sprache ist für mich ein Ausdruck einer fairen Gesellschaft. Wenn wir die Grundannahme, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, wirklich ernst meinen, dann muss das in allen gesellschaftlichen Bereichen umgesetzt werden - auch Sprache ist eben einer dieser Bereiche. Deswegen sollten alle darauf achten, wie sie kommunizieren und dies inklusiv, wertschätzend und genderneutral bzw. -gerecht tun."

Hannah Lühmann

Hannah Lühmann wurde 1987 in Berlin geboren. An der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne hat sie Philosophie und Kulturwissenschaften studiert; 2012 erfolgte ihr Masterabschluss im Fach „Kulturjournalismus“ an der Berliner Universität der Künste. Im Anschluss arbeitete sie freiberuflich – vorrangig für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, aber auch für die Süddeutsche Zeitung, die ZEIT, die Berliner Zeitung und verschiedene Magazine. Seit Dezember 2014 ist sie Redakteurin im Kulturteil der Welt und Welt am Sonntag, seit Februar 2019 stellvertretende Ressortleiterin dort. Hannah Lühmann ist Mitglied der Sachbuch-Bestenlisten-Jury von ZEIT, ZDF und Deutschlandradio Kultur. Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman, der bei Hanser Blau erscheinen wird. Sie ist beim #MZF19 dabei, weil sie als Journalistin weniges essenzieller beschäftigt als die Zukunft der Medien.

Ihr Standpunkt ist: „Ich finde, in der Debatte um gendergerechte Sprachen sollten sich alle Beteiligten abregen. Hier wird eine ideologische Diskussion geführt, die sich auf beiden Seiten als ‚gesunder Menschenverstand‘ tarnt. Das ist gefährlich.“