Was für ein cooler Tag! Samstag, Wochenende! Alles voll easy, die Leute sind relaxter als unter der Woche, eher happy als down. Doch manches ist echt strange – und das nicht nur heute, am Tag der deutschen Sprache. Denn Anglizismen sind mittlerweile überall, nicht nur in der Werbung, sondern auch in den Medien, deren Performance immer mehr zu wünschen übrig lässt.

Äh, Performance? Entschuldigung! Wir meinen natürlich Leistung. Bleiben wir lieber bei der deutschen Sprache. Doch auch da gibt es hin und wieder Verständigungsschwierigkeiten, wie ein Blick in das Postfach von Lokaljournalisten in dieser Woche zeigt. Vor der Veröffentlichung müssen die Redakteure erst einmal einige Sätze und auch Infos „entknoten“.

Da will die Mannheimer Polizei etwa das Bargeld, das manche Anwohner (die natürlich „nicht schlecht staunten“) in ihren Briefkästen fanden, dem wohl verwirrten Besitzer „wieder zuführen“ (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/14915/4055108). Weiter vermelden die Ordnungshüter Vorfälle, die sich am „helllichten Tag“ und auf „offener Straße“ ereigneten, und dass „Fahrzeuge an der Lichtzeichenanlage“ standen, bevor sie kollidierten. (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110974/4055817).

Zwischendurch büxen dann noch Tiere aus (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110974/4052264). So etwa eine Kuh in Maichingen bei Sindelfingen, die auf ein Dach hochgestiefelt war, sich aber nach der Betäubung „mittels mehrerer Pfeilschüsse wieder vom Dach begab und in einem Garten zum Liegen kam“.

Ähm, wie bitte?

Gut, Polizisten müssen keine Schreibprofis sein, Journalisten glätten die Sätze schon, das ist ihr Job. Anders ist es allerdings bei Pressereferenten. In deren Jobprofilen werden immer relevante Studiengänge und auch journalistische Erfahrungen gefordert. Doch was manche Pressestellen mitteilen, toppt das polizeiliche Deutsch – wie etwa: „Ziel ist die Steigerung der Verfügbarkeit der Fördertechnik an Bahnhöfen“, heißt es in einer Antwort am Freitag – es geht um kaputte Bahnhofsaufzüge und die Meldung an die Servicetechniker. Oder: „Zur Schmutzfrachtberechnung (SFB) gehört nicht nur die Berechnung mit der Software, sondern auch Einzugsgebiet-Recherche der jeweiligen Mischwasserentlastungsbauwerke.“ Und: „Ergänzter Fahrplan von und nach Heimerdingen ab 10. September“ soll erklären, dass dieser Bahnhof nach vielen Jahren Pause nun wieder angefahren wird.
Beliebt sind auch Formulierungen wie „Wir versuchen, das Projekt zeitnah zu beenden“ – das hätte in diesem Fall eigentlich schon im Herbst 2017 so sein sollen. Also alles andere als „just in time“. Äh, sorry.

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